Nachdenkliche Person als Symbol für ADHS, Ängste und depressive Belastung

Warum viele Menschen mit ADHS unter Depressionen und Ängsten leiden

Menschen mit ADHS haben nicht nur mit Konzentrationsschwäche und Impulsivität zu kämpfen. Oft kommen auch Ängste und Depressionen hinzu. Es kann sehr belastend sein, wenn man ständig das Gefühl mit sich herumtragen muss, nicht gut genug zu sein. Auch soziale Schwierigkeiten oder negatives Feedback aus der Kindheit spielen eine Rolle. Zweifelt man immer wieder an sich selbst, verliert man das Vertrauen in sich selbst. Es gibt jedoch Möglichkeiten besser damit umzugehen. Versteht man die Ursache, kann man lernen, sich selbst zu helfen.

Warum viele Menschen mit ADHS unter Depressionen und Ängsten leiden

Viele Menschen mit ADHS kämpfen nicht nur mit Konzentrationsproblemen oder innerer Unruhe. Häufig treten auch emotionale Belastungen wie Depressionen oder Ängste auf. Studien zeigen, dass Menschen mit ADHS ein deutlich höheres Risiko für solche Begleiterkrankungen haben.

Der Grund dafür liegt oft nicht nur in der neurologischen Besonderheit selbst, sondern auch in den Erfahrungen, die viele Betroffene im Alltag machen. Wiederholte Kritik, Schwierigkeiten in Schule oder Beruf und das Gefühl, ständig hinter den Erwartungen zurückzubleiben, können das Selbstwertgefühl stark belasten.

Deshalb ist es wichtig zu verstehen, wie ADHS mit Depressionen und Ängsten zusammenhängen kann und welche Wege helfen können, besser damit umzugehen.

Warum ADHS das Risiko für Depressionen erhöhen kann

Menschen mit ADHS erleben im Alltag häufig Rückschläge. Vergesslichkeit, Unordnung oder impulsive Entscheidungen können zu Problemen in Schule, Ausbildung oder Beziehungen führen.

Viele Betroffene hören deshalb immer wieder Kritik von außen. Aussagen wie „Du bist zu chaotisch“, „Du strengst dich nicht genug an“ oder „Du bist unzuverlässig“ können langfristig das Selbstwertgefühl schwächen.

Wenn solche Erfahrungen über Jahre hinweg auftreten, entsteht bei manchen Menschen das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Dieses Gefühl der Überforderung kann sich mit der Zeit verstärken und depressive Gedanken begünstigen.

Auch biologische Faktoren spielen eine Rolle. Bei ADHS ist der Dopaminhaushalt im Gehirn oft anders reguliert. Dopamin beeinflusst Motivation, Belohnung und Stimmung. Ein Ungleichgewicht kann deshalb nicht nur Konzentrationsprobleme verursachen, sondern auch Stimmungsschwankungen begünstigen.

Mehr darüber, wie ADHS den Alltag beeinflussen kann, erfährst du auch im Artikel "Unordnung, Vergesslichkeit, Chaos – wenn ADHS den Alltag erschwert".

Ängste bei ADHS – wenn Gedanken nicht zur Ruhe kommen

Viele Menschen mit ADHS erleben nicht nur körperliche Unruhe, sondern auch eine sehr aktive Gedankenwelt. Gedanken springen schnell von einem Thema zum nächsten, und es fällt schwer, innerlich abzuschalten.

Dadurch entstehen häufig Grübeleien. Betroffene denken immer wieder über Fehler oder mögliche Probleme nach. Fragen wie „Was habe ich falsch gemacht?“ oder „Was passiert, wenn etwas schiefgeht?“ können sich ständig wiederholen.

Dieses sogenannte Kopfkino kann langfristig zu Ängsten führen. Besonders wenn Menschen das Gefühl haben, ihre Aufgaben nicht zuverlässig bewältigen zu können, verlieren sie manchmal das Vertrauen in sich selbst.

Strukturen im Alltag können helfen, diese Unsicherheit zu reduzieren. Klare Routinen, feste Abläufe und kleine Planungsschritte geben vielen Betroffenen mehr Stabilität.

Auch Entspannungstechniken können unterstützen. Atemübungen, Meditation oder kurze Pausen helfen dem Gehirn, zur Ruhe zu kommen.

Wenn dich interessiert, wie ADHS auch Schlaf und Erholung beeinflussen kann, findest du weitere Informationen im Artikel "Wie ADHS den Schlaf beeinflusst – und was hilft".

Was gegen Depressionen und Ängste helfen kann

Ein wichtiger erster Schritt ist Verständnis. Viele Menschen fühlen sich schuldig für ihre emotionalen Schwierigkeiten. Doch Depressionen oder Ängste sind keine persönliche Schwäche.

Es kann sehr entlastend sein zu erkennen, dass ADHS die emotionale Verarbeitung beeinflussen kann. Dieses Verständnis hilft vielen Betroffenen, freundlicher mit sich selbst umzugehen.

Auch Bewegung kann eine wichtige Rolle spielen. Sport setzt sogenannte Glückshormone frei, reduziert Stress und verbessert die Stimmung. Viele Menschen mit ADHS berichten, dass regelmäßige Bewegung ihnen hilft, sich emotional stabiler zu fühlen.

Soziale Kontakte sind ebenfalls wichtig. Gespräche mit vertrauten Menschen können helfen, Gedanken zu sortieren und sich weniger allein zu fühlen.

Wenn dich interessiert, wie Bewegung bei ADHS helfen kann, findest du weitere Informationen im Artikel "Sport und ADHS: Warum Bewegung so wichtig ist".

Wann Unterstützung sinnvoll sein kann

Wenn depressive Gefühle oder Ängste über längere Zeit bestehen bleiben, kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung zu suchen. Gespräche mit Fachpersonen können helfen, neue Perspektiven zu entwickeln und passende Strategien im Umgang mit ADHS zu finden.

Eine psychologische Beratung kann dabei unterstützen, emotionale Muster besser zu verstehen und den Alltag strukturierter zu gestalten.

Bei Balancd in Zürich unterstützen wir Jugendliche und Erwachsene dabei, ihre persönlichen Herausforderungen besser zu verstehen und gesündere Wege im Umgang mit Stress, ADHS und emotionalen Belastungen zu entwickeln. Dabei handelt es sich um psychologische Beratung und nicht um Psychotherapie.

Fazit

Menschen mit ADHS haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen und Ängste. Das liegt sowohl an neurologischen Faktoren als auch an den Erfahrungen, die viele Betroffene im Alltag machen.

Wiederholte Kritik, Überforderung und Unsicherheit können das Selbstwertgefühl stark beeinflussen. Gleichzeitig können ein besseres Verständnis von ADHS, mehr Struktur im Alltag und unterstützende Beziehungen helfen, emotional stabiler zu werden.

Mit den richtigen Strategien und manchmal auch mit Unterstützung von außen können Menschen mit ADHS lernen, ihre Stärken besser zu nutzen und ihre psychische Gesundheit langfristig zu stärken.

Quellen

https://www.psychiatrie.de/adhs-und-depressionen
https://www.adhs.info/erwachsene/adhs-und-komorbiditaeten/
https://www.dgppn.de/schwerpunkte/adhs/komorbiditaeten.html
https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/adhs/depressionen-und-angststoerungen

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